Vortrag 60 Jahre SPD Offingen

Wir feiern heute auf unserer Jahresabschlussfeier Geburtstag.

Ich möchte, da es ums Alter geht folgendes vorausschicken:
„Ob ein Ortsverein alt oder jung ist, hängt nicht davon ab, wie viel Jahre er auf dem Buckel hat, oder ob wir sein genaues Gründungsjahr wissen. Diese Frage hängt davon ab, ob ein Ortsverein entwicklungs- und lernfähig ist. In diesem Punkt brauchen wir uns nicht verstecken. In punkto Lernfähigkeit sind wir wahrlich ein ganz junger Ortsverein.“

60 Jahre Wiedergründung nach dem Krieg und 80 Jahre seit der bis jetzt bekannten ersten offiziellen Erwähnung des Offinger SPD Ortsvereines.
Dies ist eine Zeit durchlebter, durchlittener Geschichte. Doch der Blick zurück dient nicht der Selbstbeweihräucherung. Wir Sozialdemokraten haben keine Zeit, uns auf den Lorbeeren auszuruhen. Die SPD, unsere SPD, blickt auf so lange Erfahrungen zurück, die in keiner anderen Partei versammelt sind. Daraus erwächst uns Kraft – geschichtliche Kraft, die wir nutzen können und nutzen wollen.
Wir Sozialdemokraten blicken nach vorne, dorthin wo die neuen Auseinandersetzungen um die Gestaltung der Zukunft liegen. Doch deshalb machen wir uns auch immer wieder klar, woher wir kommen: eine Partei, die vor mehr als einem Jahrhundert angetreten ist, Menschen aus der Not zu befreien, ihnen wirtschaftlichen Aufstieg und politisches Mitspracherecht zu verschaffen, in Deutschland die Demokratie zu verankern, Freiheit für alle durchzusetzen und den Frieden zu sichern.
Am 23. Mai 1863 wurde in Leipzig der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein gegründet. Diesen Tag als Geburtstag der Sozialdemokratie zu feiern, ist eine politische Entscheidung. Sie beruht auf einem klaren Bekenntnis zu Ferdinand Lasella, und damit auch zu seiner politischen Linie einer pragmatischen Vertretung und Durchsetzung der Interessen der Arbeitnehmer und sozial Schwachen.
Es Gäbe auch andere Daten. 1869 wurde in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet, die von August Bebel und Wilhelm Liebknecht geführt wurde. Für Jahrzehnte haben diese beiden Männer die Geschichte der jungen deutschen Sozialdemokratie entscheidend mitbestimmt. Bebel und Liebknecht orientierten sich am gesellschaftspolitischen Gedankengut von Karl Marx und Friedrich Engels.
Schließlich gibt es noch das Jahr 1875 als mögliches Geburtsjahr der SPD. Es ist das Jahr, an dem sich die beiden Arbeiterparteien in Gotha unter dem Druck der Repressionen des 1871 gegründeten deutschen Reiches, unter dem Eindruck gemeinsamer Verfolgung zu einer einzigen Partei zusammenschlossen.
Ob Lasalle oder Liebknecht, es ist müßig nach dem wahren Vater unserer Partei zu suchen. Denn die SPD ist nicht das Werk eines oder mehrerer einzelner Männer. Die Partei der Arbeiterbewegung ist geboren aus dem Elend, aus der Not der Zeit. Es war die Zeit der Ausbreitung des industriellen Kapitalismus, der dem Lohnarbeiter entsetzlichste Arbeitsbedingungen abverlangte: 12, 14, 16 Stunden schwerster körperlicher Arbeit in kaum beleuchteten, kaum geheizten Fabriken, für Hungerlöhne, die zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel waren.
Mit Zusammenschluss, mit gemeinsamen Organisationen versuchte die Lohnarbeiterschaft damals auf die körperliche und seelische Verwüstung zu antworten: Das war die Geburtsstunde unserer Gewerkschaften, das war die Geburtsstunde unserer Partei. Doch das deutsche Reich unter seinem Kanzler Bismarck ließ die 1875 zusammengeschlossene SPD nicht lange gewähren. Schon drei Jahre später, 1878, nahm man ein missglücktes Attentat auf Kaiser Wilhelm zum Anlass, die Partei zu verbieten. In dieser Zeit der sogenannten Sozialistengesetze hagelte es Verhaftungen, Ausweisungen, Gefängnis- und Zuchthausstrafen. Doch die Verfolgungen haben die SPD nicht kleingemacht, im Gegenteil. Als das Verbot 1890 endlich aufgehoben wurde, kam die SPD schon auf über eine Million Wähler. Wählerinnen gab es damals noch nicht. Mit dieser Stimmenzahl erreichten wir einen Stimmanteil von über zwanzig Prozent und waren damit schon damals die stimmenmäßig stärkste Partei im deutschen Reichstag, was wir über mehr als fünfzig Jahre dann auch geblieben sind.

In dieser Zeit wurden 1883 Anselm Schmucker und 1902 Venatius Wieser in Offingen geboren.
1909 wurde der Obst und Gartenbauverein gegründet und Anselm Schmucker wird unter Anderen als Gründungsmitglied benannt. Ein Zeichen, dass Anselm Schmucker sich am bürgerschaftlichen Engagement damals beteiligte. Hans Remmele wurde 1910 geboren. Auch auf ihn werde ich später noch kommen.
Die SPD bekam 1912 bei der Reichtagswahl 34 Stimmen aus Offingen. Dr. Stan Zofka ein Historiker vermutet die Gründung unseres Ortsvereines 1912 oder 1913 leider haben wir bis heute keinerlei Beweise, dass dies auch tatsächlich so ist. Wir suchen jedoch weiter.

(Erster Weltkrieg 1914-1918)

Als Ende Oktober 1918 die deutsche Admiralität hinter dem Rücken von Regierung und Parlament ein letztes Gefecht führen wollte, löschten die Matrosen das Feuer unter den Kesseln: Die deutsche Novemberrevolution begann. Der revolutionäre Funke sprang von den Hafenstädten ins Landesinnere über. Überall begehrten Arbeiter und Soldaten gegen die zivile und militärische Obrigkeit auf. Es trieb sie das Verlangen nach Frieden, Freiheit, Brot, und die Hoffnung, dass nun alles besser werde. Der revolutionäre Funke machte auch vor unserer Gegend nicht halt. Nur Stunden später, nachdem Philip Scheidemann in Berlin die Republik ausgerufen hatte, marschierte der kriegsverletzte Xaver Goßner durch Günzburg, um dies mitzuteilen.
Dies war auch die Zeit als sich Anselm Schmucker politisch interessierte. Schmucker gehörte von 1919 bis 1929 dem Offinger Gemeinderat an. Dass Schmucker ein Sozialdemokrat war, beiweist 1920 seine Kandidatur für den Bezirkstag. Diesem gehörte er dann auch als SPD-Bezirksrat an.
In der kurzen Zeitspanne zwischen Revolution und Weimarer Republik 1918/1919 setzten die Sozialdemokraten Reformen durch, um die im Kaiserreich jahrzehntelang vergebens gekämpft worden war. Den achtstündigen Normalarbeitstag, das Arbeitslosengeld, Tarifverträge und Koalitionsrechte – und das Wahlrecht für Frauen am 20. November 1918.
Die Genossen im Kreis waren damals extrem schnell, den bereits am 25. November 1918 fand in Burgau eine öffentliche Versammlung der SPD statt, bei der zum erstenmal in der Geschichte unseres Landkreises eine Frau als Rednerin auftrat.
1920 bekam der Kreis Günzburg seinen ersten SPD-Landtagsabgeordneten Otto Geiselhart, geboren in Burgau, von Beruf Kassenverwalter der AOK. Otto Geiselhart war damals auch SPD-Kreisvorsitzender.
Am 01.09.1922 tritt Hans Riehr, den viele von euch noch persönlich kannten, in die SPD ein.
Bei den Kommunalwahlen 1924 wurde für die SPD Gärtnermeister Georg Fischer und Fabrikarbeiter Anselm Schmucker gewählt.
In diesem Jahr wurde auch die schreckliche Inflation durch die Einführung der Rentenmark überwunden und für einige Jahre ging es der Weimarer Republik wirtschaftlich und politisch einigermaßen gut.
Venantius Wieser tritt am 01.02.1926 in die SPD ein. 1926 ist das Jahr wo der OV Offingen das erste Mal öffentlich Erwähnt wurde. Es wurde eine Verfassungsfeier durchgeführt.
Am 01.02.1927 tritt Wenzl Häuser in die SPD ein und aus dem Jahre 1928 gibt es eine Werbeanzeige für eine örtliche Maifeier der „Organisierten Arbeiterschaft“ das heißt Gewerkschaft und SPD-Offingen.
1928 konnte man auch die erste Zeitungsnotiz lesen, wo der Radfahrverein Offingen erwähnt wurde, aber der Verein ist mit Sicherheit wesentlich älter. Der Historiker Stan Zofka vermutet, dass dieser in den frühen 20er Jahren gegründet wurde.
1929 hatte die Weltwirtschaftskriese auch Deutschland im Griff. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen schwoll bis auf über 6 Millionen. In diesem Jahr traten Hans Hommen und Erhard Schmit in die SPD ein. Ebenfalls 1929 schloss sich die Offinger SPD mit dem Bay. Bauernbund zu einer gemeinsamen Liste zusammen. Gewählt wurde Fabrikarbeiter Erhard Schmid, Sattlermeister Josef Feil, Fabrikschreiner Josef Schenk und Fabrikarbeiter Luitpold Mayr. Mit Unterstützung der SPD wird der Bauernbündler und Landwirt Alois Haas zum 1. Bürgermeister gewählt. 2. Bürgermeister wurde Genosse Erhard Schmid.
1933 Also schon nach der Machtübernahme, kandidierten für die SPD was damals ziemlich viel Mut erforderte. Andreas Bayr, Erhard Schmid und Werner Brizelmaier. Britzelmaier war Vorsitzender des Arbeiterradfahrerbundes und als solcher sehr beliebt, er bekam regelmäßig von seiner Truppe einen Maibaum gesetz. Als Bürgermeister wurde auf Vorschlag von SPD und BVP Leo Walter gewählt. Diese Wahl wurde jedoch vom Bezirksamt nicht bestätigt und die SPD Fraktion durch amtliche Verfügung aus dem Gemeinderat ausgeschlossen. Nazi Bürgermeister Alois Kraus wurde eingesetzt.
Doch das war erst der Anfang. Wenige Wochen später wurden sämtliche SPD-Vorstandsmitglieder und Funktionäre im Landkreis verhaftet. Otto Geiselhart der inzwischen Reichstagsabgeordneter war, wurde von Berlin zurückkehrend von einer SA-Abteilung mit den Worten empfangen, „haben wir dich endlich, du roter Lump“. Wenige Tage später, am 18. März 1933 war Otto Geiselhart tot. Nach allem was wir wissen, nach Zeugenaussagen auch von Familienmitgliedern und Genossen, müssen wir davon ausgehen, dass er sich selbst umgebracht hat. Als Reichstagsabgeordneter wusste Geiselhart, wie die Nazis mit ihren Gegnern umgingen, er wusste, dass viele ins KZ geworfen und ermordet wurden. Offensichtlich wollte er ein Zeichen setzten und wählte deshalb den Freitod. Venantius Wieser wurde 1933 ebenfalls von den Nazis verhaftet.
Am 23. Mai, bei der Abstimmung des Ermächtigungsgesetzes, war es zum letzten Mal möglich, sich im Reichstag frei zu äußern. Diese Gelegenheit wurde von den Sozialdemokraten genutzt, die als einzige Partei gegen das Gesetz stimmte, das Hitler die uneingeschränkte Macht gab. Der SPD-Vorsitzende Wels sagte in seiner berühmten Rede: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht. Wir Sozialdemokraten haben in schwerster Zeit die Mitverantwortung getragen und sind dafür mit Steinen beworfen worden. Wir haben gleiches Recht für alle und ein soziales Arbeitsrecht geschaffen. Wir haben geholfen, ein Deutschland zu schaffen, in dem nicht Fürsten und Barone, sondern auch Männer der Arbeiterklasse der Weg zur Führung des Staates offen steht. Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in der geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ Im Juni 33 wurde die SPD endgültig zerschlagen, ihre Mitglieder und Funktionäre in KZ und Schutzhaft gesteckt. Viele gingen ins Exil und arbeiteten im Ausland weiter. Viele derjenigen, die hier blieben, leisteten Widerstand im Kleinen, im Alltag.

1945 ging mit dem verlorenen Krieg diese Leidenszeit zu Ende. Es war der eben aus dem KZ entlassene Kurt Schuhmacher, der von Hannover aus den Wiederaufbau der SPD organisierte. Die politische Orientierung der Offinger Genossen Otto Häns und Werner Brizelmeier konnte während des Krieges nicht gebrochen werden. Beide kandidierten 1945 wieder für den Gemeinderat und wurden gewählt. Hinzu kommt, dass am 15.01.1946 Hans Riehr, Venentius Wieser und Wenzl Häuser ihre Mitgliedschaft bei der SPD erneuerten und sie gründeten den OV nach dem Krieg wieder neu! Erst 1947 wird die Officher CSU gegründet. Gründungsmitglieder waren Josef Brixler, Johann Schmalenberger, Adalbert Haupeltshofer und Leonhard Jedelhauser.
Bundespolitisch waren die ersten beiden Jahrzehnte für die Sozialdemokratie politisch sehr schwierig. Zwar war unsere Partei in allen Landesregierungen vertreten, die nach Kriegsende gebildet wurden, mit Wilhelm Högner der federführend die Bayerische Verfassung als bayerischer Ministerpräsident gegründet hat sogar hier in Bayern. Doch von bestimmendem Einfluss auf die Bundespolitik blieb die SPD bis 66 ausgeschlossen. Die Partei reagierte auf diese unbefriedigende Entwicklung mit einem neuen Programm. Dem Bad Godesberger Grundsatzprogramm von 1959, das den Anspruch der deutschen Sozialdemokratie, eine Volkspartei zu sein, programmatisch untermauerte. Die SPD stellte sich jetzt auch programmatisch als das dar, was sie schon längst gewesen war – eine linke, freiheitliche, sozial fortschrittliche Volkspartei.

Zurück nach Offingen.

1948 wurden Otto Häns und Josef Riedel für die SPD in den Gemeinderat gewählt.
1951 wurde der OV Schnuttenbach gegründet. So steht es in den Offinger Nachrichten vom 26.6.81. Gründungsmitglieder waren Franziska Wüst, Karl Schlögel und Anton Kuhn.
Bei der Kommunalwahl 1952 wurden Otto Häns und Remmele Hans gewählt. Otto Häns wurde 2. Bgm. Bei der Wahl 56 kam Karl Eberle als dritter Offinger Gemeinderat hinzu und Otto Häns blieb 2. Bgm.
1957 wurden die Freie Wähler Offingen gegründet.
Bei der Bürgermeisterwahl 1960 bekam Adalbert Haupeltshofen 631, Karl Eberle 612 und Josef Herzig 377 stimmen. In den Gemeinderat zogen für die SPD Otto Häns, Hans Remmele und Hans Riehr. Bei der Stichwahl bekam Haupeltshofer 666 und Eberle 952 Stimmen. Karl Eberle wurde SPD Bürgermeister von Offingen was den damaligen OV Vorsitzenden Werner Brizelmaier sicherlich sehr freute. Karl Eberle konnte sich 1966 erneut behaupten, diesmal gegen Johann Hauser. Für die SPD-Gemeinderatsfraktion war diese 66er Kommunalwahl ebenfalls erfolgreich. Mit Hans Remmele, Otto Häns, Siegfried Mayr, Josef Maget und Rudolf Wolter zogen 5 SPD-Räte in den Gemeinderat.
1967 wurden die Jusos in der Krone gegründet. 1. Vorsitzender war Edi Pfob und 2. Vorsitzender war Guschall.
Ein Sprung zurück zur Bundes-SPD.

Die Öffnung der SPD zahlte sich durch ein immer besseres Wahlergebnis bei den Bundestagswahlen rasch aus. 1966, in einer Zeit erheblicher wirtschaftlicher Probleme, entschied sich die Führung der SPD für die Große Koalition mit der CDU. In der Partei war dieser Entschluss stark umstritten. Aber richtig bleibt, dass damit auch der Weg für den großen Wahlerfolg im September 69 geebnet worden ist. Die überschrift über Willy Brandts erster Kanzlerschaft lautete „Mehr Demokratie wagen“, wer erinnert sich nicht! Sozialodemokratische Reformpolitik hatte zwei Ziele. Das erste hieß: Frieden und Entspannung nach außen. Rasch erwarb sich die Bundesrepublik neues Ansehen durch eine längst überfällige und dennoch mutige Ost-West-Politik. Es kam zu ersten deutsch-deutschen Treffen auf höchster Ebene, die Verträge von Moskau und Warschau wurden geschlossen und bereiteten den Weg für fühlbar menschliche Erleichterungen in den innerdeutschen Beziehungen. Der zweite Teil sozialdemokratischer Reformpolitik war innenpolitischer Natur. Obwohl die darauf verwandte Anstrengung und ihr Ergebnis den Erfolgen der Friedenspolitik nicht nachstanden, wird die gesellschaftspolitische Neuordnung jener Jahre gewöhnlich weit weniger gewürdigt. Das mag daran liegen, dass die damals verabschiedeten Reformen so selbstverständlich geworden sind. Sei es nun die flexible Altersgrenze oder die Dynamisierung der Kriegsopfer- und Kriegerwitwenrenten, die Reform des Gesundheitswesens oder das Betriebsverfassungsgesetz, der Ausbau des Bildungswesens mit gleichen Bildungschancen für alle oder die Reform des Paragraphen 218, um nur diese zu nennen. Als 1982 die sozial-liberale Koalition auseinanderbrach, schied mit Bundeskanzler Helmut Schmidt eine Persönlichkeit aus dem Amt, die es verstanden hatte, auch der internationalen Szene Respekt abzutrotzen und der, anders als sein Nachfolger, bundesdeutsche Positionen auch gegenüber den Bündnispartnern mit Nachdruck durchzusetzen.
Während dies alles in Bonn pasierte schafften es 1972 bei der Kommunalwahl Hans Remmele, Josef Maget, Otto Häns, Sigfried Mayr, Alois Simson und Rudolf Wolter in den Gemeinderat. Karl Eberle wurde erneut zum Bürgermeister gewählt. In diesem Jahr trat die JU zum ersten Mal mit einer eigenen Liste bei Gemeinderatswahlen an. Ebenfalls 1972 am 05. November wurde der OV Gundremmingen gegründet. 1973 gründete der damalige Bürgermeister Karl Eberle den Offinger Altenclub. Leider verstarb Karl Eberle viel zu früh und hinterließ ein großes Loch bei den Offinger Sozialdemokraten. Bei der darauffolgenden Bürgermeisterneuwahl 1974 konnte sich der SPD-Kandidat Martin Gubo nicht gegen Andreas Thoma durchsetzen. 1976 feierten die Ortsvereine Gundremmingen, Schnuttenbach und Offingen zum ersten Mal gemeinsam den 1. Mai im Schnuttenbacher Schützenheim. Referent war damals der Landtagsabgeordnete K.Th. Engelhart. Bei der Kommunalwahl 1978 zogen Hans Remmele, Rudolf Wolter, Rudolf Cada, Martin Gubo und Mainrad Haber ins Offinger Gemeindeparlament ein. 1983 rückte unser Erich Schmucker für (Erich fragen ob Otto Häns oder laut Heimatbuch Hans Remmele) in den Gemeinderat nach. Bei der Bürgermeisterwahl 1984 bekam unser SPD-Kandidat Mainrad Haber 40.84% der Stimmen und Alois Brunhuber wurde Bgm. In den Gemeinderat wurden Rudolf Cada, Martin Gubo, Mainrad Haber, Schmucker Erich und Volker Eberle gewählt. 1985 feierte der SPD Ortsverein Offingen das erste SPD Grillfest in der Keglerhütte. Es müssen recht lustige Genossen dabei gewesen sein, denn die Feier ging offiziell von 10 Uhr vormittags bis in die spähte Nacht. Bei der Bürgermeisterwahl 1990 erhilt Mainrad Haber noch 32,12% dies war die letzte Wahl Brunhubers bei der er einen Gegenkandidaten hatte und die letzte richtige Bürgermeisterwahl bei der die Offinger auch wirklich einen Kandidaten auswählen konnten. In den Gemeinderat wurden 90 Ursula Bammert, Erich Schmucker, Rudolf Cada, Mainrad Haber und Volker Eberle gewählt.
Für die SPD Offingen begann seither eine Talfahrt mit fatalen Folgen. So schafften wir es 1996 nicht mehr 5 Räte zu stellen. Ursula Bammert, Erich Schmucker, Rudolf Cada und Volker Eberle schafften zwar den Einzug, jedoch konnten die restlichen Kandidaten den Verlust von Mainrad Haber der 96 nicht mehr kandidierte auszugleichen. Auch 2002 schafften wir es nicht den Verlust von Rudolf Cada abzufangen und wir stellen seither nur noch 3 Räte. Jeder kennt sie: Ursula Bammert, Erich Schmucker und Volker Eberle.
Seit den Neuwahlen des Ortsvereines Offingen 2002 bei der ich zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde läuft nach dem Motto vor der Wahl ist nach der Wahl, der Wahlkampf auf Hochtouren. Mit unzähligen Veranstaltungen, Zeitungsberichten, Amtsblattberichten, Gemeinderatsanträgen und vielen anderen öffentlichkeitswirksamen Aktionen hat die Vorstandschaft versucht die Offinger und Schnuttenbacher Bevölkerung auf den SPD Ortsverein aufmerksam zu machen. Wir haben uns dazu entschlossen 2008 einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen und den Bürgern wieder die Wahl zu ermöglichen ihren Kandidaten zu wählen. Sicherlich bedeutet dies harte Arbeit. Viele von Euch haben mir bereits Unterstützung zugesagt und ich hoffe es werden noch mehr! Viele haben mir die Teilnahme an einem Klausurwochenende in Kochel, bei dem wir die Ziele und den Ablauf der heißen Wahlkampfphase erarbeiten wollen, zugesagt. Ich möchte betonen, dass ich nicht als Einzelkämpfer antreten möchte. Es geht nicht nur um meine Bürgermeisterkandidatur, ich möchte, dass wir als Formation antreten und gemeinsam für eine stärkere SPD-Gemeinderatsfraktion kämpfen.

Selbstverständlich möchte ich es nicht versäumen allen die bei den Offinger Sozialdemokraten mitgewirkt haben zu danken. Ich verzichte heute bewusst auf einzelne persönliche Worte des Dankes, hierbei würde ich sicherlich einzelne vergessen. Aßerdem möchte ich nochmals daran erinnern:

„Die SPD ist nicht das Werk eines oder mehrerer einzelner. Die Partei der Arbeiterbewegung ist geboren aus dem Elend, aus der Not der Zeit.“

Viele behaupten in unserer Zeit, dass es den alten Klassenkampf und das alte Prekariat nicht mehr geben würde. Deshalb möchte ich meinen Vortrag mit einem der wichtigsten Sätze des Godesberger Programms beenden.

Es gilt heute noch wie früher:

„Der Sozialismus ist kein Endziel, das man irgendwann erreicht hat. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit, der Kampf um ein besseres Leben für alle ist eine permanente, eine immerwährende Aufgabe!“

 
 

Zitate

Frauen sind das stärkere Geschlecht. Wie sollten sie sonst die vielen Einkaufstüten tragen?
[Tom Hanks, Schauspieler]

 

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